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Lymphdrüsenkrebs

Wofür sind die Lymphdrüsen gut und was ist Lymphdrüsenkrebs?

Die Lymphdrüsen beziehungsweise Lymphknoten sind wichtige lymphatische Organe des körpereigenen Immunsystems, welche im Kopfbereich, am Hals, in der Brust, unter den Achseln und in den Leisten zu finden sind. Sie sind meistens rund oder oval geformt und haben einen Durchmesser von zwei bis zwanzig Millimetern; außerdem findet man sie meistens eingelagert in Fettgewebe. Vor allem bei der Abwehr von Infektionen kommt den Lymphdrüsen eine tragende Funktion zu.

Von Lymphdrüsenkrebs, der Hodgkin–Krankheit, Morbus Hodgkin1 oder malignen Lymphom, wie er in der Fachsprache auch alternativ genannt wird, spricht man bei einer Entartung der Lymphzellen, welche bösartige Neubildungen und Wucherungen zur Folge haben. Man unterscheidet zwischen „Hodgkin–Lymphomen” und „Non–Hodgkin–Lymphomen” : bei ersteren sind sogenannte Hodgkin– oder Sternberg–Reed–Zellen nachzuweisen, unter zweiten versteht man alle anderen Arten von Lymphdrüsenkrebs.

Wie entsteht Lymphdrüsenkrebs?

Die Ursachen für Lymphdrüsenkrebs, sowohl für Hodgkin–Lymphome als auch für Non–Hodgkin–Lymphome, sind noch nicht vollständig geklärt, wie das oft bei Krebs der Fall ist. Man geht jedoch davon aus, dass bestimmte Viruserkrankungen die Bildung eines bösartigen Tumors begünstigen, dazu zählen unter anderem Hepatitis B und C sowie das Epstein–Barr–Virus, das auch als Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfieber bekannt ist. Überhaupt scheinen Erkrankungen des Immunsystems, allen voran das HIV–Virus, beziehungsweise AIDS, Lymphdrüsenkrebs zu fördern.

Unter Wissenschaftlern noch umstritten ist die Frage, inwieweit genetische Faktoren eine Rolle bei der Erkrankung spielen; eindeutige Befunde dafür oder dagegen liegen bisweilen noch nicht vor.

Wie hoch ist das Risiko?

An Morbus Hodgkin erkranken jährlich etwa 2.000 Menschen auf Bundesebene. Damit gilt es als eine eher seltene Krebsart, an Brustkrebs erkranken beispielsweise jährlich 57.000 Frauen, an Prostatakrebs fast 60.000 Männer und an Hautkrebs über 200.000 Menschen. Männer sind etwas häufiger betroffen, wobei die meisten Erkrankungen um das 20. oder 60. Lebensjahr eintreten.

Non–Hodgkin–Lymphome treten häufiger auf, sind vergleichsweise jedoch ebenfalls relativ selten. Um die 12.000 Menschen sehen sich jährlich mit einer derartigen Diagnose konfrontiert, wobei auch hier Männer tendenziell ein wenig häufiger betroffen sind als Frauen. Das durchschnittliche Alter bei der Erkrankung liegt zwischen 65 und 70 Jahren, im Gegensatz zu Morbus Hodgkin ist die Risikogruppe also deutlich auf ein höheres Lebensalter konzentriert.

Was sind die Symptome bei Lymphdrüsenkrebs?

Häufig wird Lymphdrüsenkrebs eher zufällig entdeckt, da er sich nicht immer eindeutig bemerkbar macht und seine Symptome nicht immer sofort auffallen. Das Symptom, welches jedoch fast immer auftritt und auch Grund genug für eine Untersuchung gibt, sind Schwellungen der Lymphknoten. Im Gegensatz zu gewöhnlichen Schwellungen, beispielsweise im Zuge einer Erkältung, schmerzen diese allerdings nicht unter leichter Druckausübung. Besonders häufig treten sie am Hals auf; sie können jedoch überall dort eintreten, wo sich die Lymphdrüsen befinden. Im Normalfall dauert es einige Woche, bis sie sich ausbilden.

Es gibt noch weitere Anzeichen für Lymphdrüsenkrebs, allerdings sind diese in der Regel unspezifisch und auch nicht bei jedem Betroffenen zu beobachten. Beispielsweise können ein deutlicher Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Juckreiz, wiederkehrendes Fieber, verstärkte nächtliche Schweißbildung, Leistungsabfall, Müdigkeit und ein allgemeines Schwächegefühl Indizien für Lymphdrüsenkrebs sein – jedoch auch für eine Vielzahl von anderen Erkrankungen. Manche Betroffene klagen über Schmerzen in den geschwollenen Lymphknoten nach Konsum von alkoholischen Getränken. Auch eine Vergrößerung der Milz oder Blutarmut können auf Lymphdrüsenkrebs hindeuten, allerdings treten derartige Symptome meistens erst in einem späteren Stadium der Erkrankung auf, wenn der Krebs bereits auf die betroffenen Organe ausstrahlt.

Wie kann ich mich gegen Lymphdrüsenkrebs schützen?

Leider gibt es keinen absoluten Schutz gegen Lymphdrüsenkrebs, unabhängig von seiner Art. Ob eine generelle Instandhaltung des Immunsystems eine Erkrankung verhindern kann, ist umstritten, empfehlenswert ist sie natürlich trotzdem in jedem Fall. Geschützter Geschlechtsverkehr kann eine Ansteckung mit dem HIV–Virus verhindern. Jedoch wird an diesem sehr deutlich, dass es nur wenige Faktoren gibt, die man gezielt ausschalten kann. Im Grunde genommen kann man nur auf den eigenen Gesundheitszustand achten, ungewöhnliche Schwellungen der Lymphknoten beobachten und im Falle eines Verdachts einen Arzt aufsuchen, welcher dann für Gewissheit sorgen kann.

Dazu überweist er den Patienten in der Regel an einen Facharzt für innere Medizin, welcher seine Diagnose aufgrund von ausführlichen Untersuchungen stellt. Eine eindeutige Diagnose erfordert meistens eine Biopsie, also die Entnahme einer Gewebeprobe des Lymphknotens, die unter örtlicher Betäubung durchgeführt wird.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es und wie stehen die Chancen?

Grundsätzlich sind die Heilungschancen bei Lymphdrüsenkrebs abhängig vom Stadium, in welchem er sich befindet. Man unterteilt ihn nach der sogenannten Ann-Arbor-Stadienklassifikation in vier Stadien:

Stadium I: Nur eine Lymphknotenregion ist befallen.

Stadium II: Zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf einer Seite des Zwerchfells sind befallen.

Stadium III: Zwei oder mehr Lymphknotenregionen auf beiden Seiten des Zwerchfells sind befallen.

Stadium IV: Ein diffuser Organbefall von einem oder mehreren Organen außerhalb des Lymphsystems liegt vor.

Zusätzlich zum Stadium gibt es noch die Zusätze A, B und E, wobei der Zusatz A bedeutet, dass keine Allgemeinsymptome wie Fieber oder Gewichtsverlust vorliegen, bei Zusatz B treten hingegen Allgemeinsymptome auf. Zusatz E steht für „Extranodaler Befall”, was bedeutet, dass ein Organ außerhalb des Lymphsystems befallen ist.

Bei frühzeitiger Erkennung des Lymphdrüsenkrebs sind die Heilungschancen gut bis sehr gut, besonders in den letzten Jahren gab es hier enorme Fortschritte. In der Regel greift man bei der Behandlung zu einer Strahlen – oder Chemotherapie, sehr häufig auch zu einer Kombination der beiden Behandlungsmethoden. Bei der Strahlentherapie wird der Patient an mehreren Terminen bestrahlt, da die Gesamtdosis der Strahlen zu hoch wäre, um sie an einem einzigen Tag durchzuführen. Ein weiterer Grund für die Aufteilung des Prozesses auf mehrere Termine sind die Unterschiede der Entwicklung der Krebszellen. Die Strahlen greifen häufig auch gesunde Zellen an, was zu Problemen bei den betroffenen Organen führen kann.

Auch die Chemotherapie wird in mehreren Zyklen durchgeführt, wobei dem Patienten Zellgifte verabreicht werden, welche sich in erster Linie gegen wuchernde Zellen richten sollen. Allerdings bleiben auch bei dieser Vorgehensweise häufig die gesunden Körperzellen nicht unversehrt, weswegen eine Chemotherapie häufig mit Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und dem im Volksmund dafür bekannten Haarausfall einhergeht.

Während diese beiden Behandlungsmethoden die am weitesten verbreiteten sind, gibt es noch einige alternative Möglichkeiten. So kann man beispielsweise Interferone einsetzen – körpereigene Botenstoffe, die eine große Bedeutung für die Immunabwehr haben. Auch künstlich hergestellte Abwehrproteine, sogenannte monoklonale Antikörper, können zum Einsatz kommen. Diese setzen sich auf der Oberfläche von wuchernden Zellen fest, was die Behandlung mit Strahlen sehr stark vereinfacht. Auch auf Stammzellen – und Knochenmarktransplantationen kann zurückgegriffen werden; dies geschieht meistens jedoch nur dann, wenn die anderen Behandlungsmöglichkeiten erfolglos waren oder bei einem Rückfall, der sich nach einer Chemotherapie ereignet.

Hat man den Lymphdrüsenkrebs erst einmal besiegt, ist es wichtig, auf eine sorgfältige Nachsorge zu achten. Das bedeutet, dass auch nach der Gesundung regelmäßig ein Arzt aufgesucht werden muss, der die betroffenen Organe untersucht, um einen möglichen Rückfall früh erkennen und schnell bekämpfen zu können. Die Untersuchungen dienen allerdings auch dem Zweck, mögliche Nebenwirkungen der Strahlen – und Chemotherapie zu beobachten und zu behandeln. Die Arztbesuche werden in regelmäßigen Abständen angeordnet, welche im Lauf der Zeit allerdings immer größer werden: so sind es kurz nach der Genesung noch zwei bis drei Monate, fünf Jahre später hingegen sechs.

Quellen:

http://flexikon.doccheck.com/de/Lymphknoten

http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/tid-18393/lymphdruesenkrebs-nachsorge-rueckfaelle-fruehzeitig-erkennen_aid_512269.html

http://www.apotheken-umschau.de/Hodgkin-lymphom

http://www.gesundheit.de/krankheiten/krebs/lymphdruesenkrebs-behandeln

http://www.lymphdruesenkrebs.com/